| Das
schöne an unserer Geschichte ist, daß sie jeden Tag neu
geschrieben wird.
In
seiner Grundlage stammt das Haus
aus dem 8. -10. Jahrhundert . Anhand der Urkundlichen Erwähnungen
des Hofes nach J. Tarneller wird im Jahre 1357 Ulrich Stainer von
Gutraun beim Kauf des Grundstückes genannt. Dieser heiratet 1380
die Tochter Jeklins von Laas Katherina. Im Jahre 1493 wird ein
Cunrat Stainer von Gutraun vom Stainguot erwähnt, der ein Nachkomme
des Ulrich Stainer ist. Hieraus kann also geschlossen werden , dass
der älteste Name für den Hof " S t a i n e r
" war, wie
es auch in den mündlichen Überlieferungen bekannt ist . Danach kam
die Bezeichnung S u p p e r h o f
auf später W i
r t s t a f e l z u m
L o e w e n und
im 18. Jahrhundert schliesslich
H a n s w i r t .
Blasi
Laimer Sohn von Ferdinand Laimer Mateiler , ein Laimer zu Mateil auf
Tirol verheiratet mit
Maria Hafner * 1656 - 1716 verkauft im Jahre 1707 seinem Vetter
Georg Laimer *1689 - 1746 das Stainguot , dessen Sohn Johann Laimer
* 1720 -1766 den Hof übernimmt und Löwenwirt wird.
Darauf
folgt wieder ein Johann Laimer * 1750 ......
Auf
Grund Bauuntersuchungen ergibt sich , dass der westlichste Teil des
Stadels an der Strasse auf sehr alten Fundamentmauern steht . Es
zeigt sich dort dicht über den Boden der gemauerte Bogen eines
Tores und daneben ein kleines zugesetzes Fenster mit Rundbogen
romanischen Stils . Offenbar handelt es sich um die Reste eines
mittelalterlichen Hauses , das von einer Mure verschüttet wurde und
auf dessen noch sichtbaren Mauern später der Stadel aufgebaut wurde
. Der Überlieferung nach soll dort der alte Stainerhof gestanden
haben . Wie der Befund zeigt, dürfte die Überlieferung Recht haben
. Nach der wohl durch eine grosse Katastrophe eingetretenen Verschüttung
und Vernichtung des Hofes, hat
dieser den Namen gewechselt und das Haus wurde etwas östlicher neu
aufgebaut. Das wird um das Jahr 1500 geschehen sein .
Das
Wohnhaus zeigt im unteren Teil die typischen Kennzeichen des spätgotischen
Stils. Das Untergeschoss besitz eine Vorlaube mit hohen Rundbogen
und schönen Gewölben mit Stichkappen und aufgesetzten Rippen .
Ursprünglich befand sich daneben ein zweiter Rundbogen , wo jetzt
die Stiege zur Haustür heraufführt. Das Untergeschoss scheint
einst zu Wohnzwecken gedient zu haben , da man in den Kellern
Merkmale einer ehemaligen Stube und Küche erkennt. Der Ausbau des
Wohnhauses in der gegenwärtigen Gestalt mit dem Obergeschoss und
dem rückwertigen Kammerteil dürfte der Jahreszahl am Giebel 1657
entsprechen. Damals wird man den zweiten Bogen der Vorlaube
zugemauert und die Aussenstiege angebracht haben. Das stattliche
Haus , dessen Wohnung nun ins ersten Obergeschoss verlegt wurde war
mit gelber Bemalung an den Ecken ( durchkreuzte Quadern) und
Umrahmungen der Fenster versehen .
Die
Familie Laimer soll den Hof seit dem 16. Jahrhundert besitzen . Seit
wann der Hof das Gastgewerbe besitzt , ist urkundlich bisher nicht
genau bekannt .
Der
einstig bedeutende Fuhrwerkverkehr auf der alten Vinschgauerstrasse
brachte es mit sich, dass der Hof zu einer Rast- und Einkehrstation
für Fuhrleute und Umschlageplatz für Frachten und Güter
mit umfangreichen Pferdestallungen aus- gebaut wurde . Was für ein
reger Verkehr muss hier einst geherrscht haben , als noch die
Postkutschen und Kaufmannszüge , die von Süden über den Reschen-
und Fernpass nach Augsburg zogen , beim Hanswirt einkehrten , Pferde
wechselten und hier übernachteten . Mit dem Bau der Eisenbahn verödeten
dann die Strassen . Der letzte Fuhrwerksverkehr war bis vor ca. 60
Jahren noch in bescheidener Form geblieben , wenn Vinschgauer Bauern
nach Meran fuhren - vor allem in der Herbstzeit mit Krautfuhren -
und dann beim Hanswirt übernachteten um am nächsten Morgen zeitig
in der Stadt zu sein .
Johann
Laimer * 1919 heiratet die Fallrohrtochter aus Naturns aus deren Ehe
8 Kinder hervorgehen . Johann der ältere übernimmt im Jahre 1982
den Gasthof Hanswirt . Georg der zweitälteste übernimmt, den Hof
bzw. die Landwirtschaft .
Im
Jahre 1989 kaufte Georg Laimer mit seiner Frau Anna den Gasthof,
somit ist er wieder als gesamter Hof wie er seit hunderten von
Jahren war erhalten .
Sein
Sinn für die Wahrung der Tradition und seine Verpflichtung gegenüber
seinen Erben , das er als Auftrag sah , den Betrieb in derselben
ursprünglichen Art zu führen, die Überlieferungen leben zu
lassen, und das Brauchtum zu bewahren , wie es schon viele Besitzer
vor Ihm gemacht haben , dies hat sich der jetzige Besitzer Laimer
Georg mit seiner Familie als Aufgabe gemacht.
Als
ein historisches Baudenkmal kündigt das weitläufige Gebäude noch
immer von der alten Zeit der grossen Handelsstrassen . Mit seiner überaus
malerischen Strassenfront und den schön geschwungenen Bögen,der
Stiege und dem verzierten Bundwerkgiebel, bietet der H
a n s w i r t s - H o f eines
der interessantesten Strassenbilder des Vinschgaus, das viel gemalt
und fotografiert wurde.
Beim
Betreten des Gasthofes merkt der Gast schon , dass dieses Haus mehr
als ein
Beherbergungsbetrieb ist, denn........
hier
bin ich Mensch, hier kann ich sein!
Familie
Laimer
Georg
HOTEL
HANSWIRT
|